Bitcoin-Mining trifft Wärmewende: Wie man beim Heizen gleichzeitig Geld verdient

    03.04.2025 122 mal gelesen 5 Kommentare
    • Abwärme von Bitcoin-Mining-Geräten kann zur Heizungsunterstützung genutzt werden.
    • Durch die Nutzung der Abwärme wird Energie effizient doppelt verwendet.
    • Gleichzeitig generiert das Mining potenzielle Einnahmen in Form von Kryptowährungen.

    In Zeiten steigender Energiekosten und wachsender Bedeutung erneuerbarer Energien denken viele Menschen um. Eine innovative Lösung, die derzeit aus Österreich für Aufsehen sorgt, verbindet zwei scheinbar völlig verschiedene Bereiche: Heizen und Bitcoin-Mining. Im Interview mit Lukas Waldner, Mitgründer des Tiroler Startups 21Energy, wird deutlich, wie diese ungewöhnliche Kombination nicht nur funktioniert, sondern sich auch wirtschaftlich lohnen kann.

    Die Idee: Heizen mit Rechenleistung

    Die Gründungsgeschichte von 21Energy beginnt mit einem simplen Selbstversuch. Co-Founder Maximilian heizte ein Einfamilienhaus testweise mit einem selbstgebauten Bitcoin-Miner. Das Ergebnis war verblüffend:

    „Am Ende der Heizsaison hatte er 3.000 € an Heizöl gespart – und zusätzlich 1.000 € durch Bitcoin-Mining eingenommen.“
    — Lukas Waldner, Mitgründer von 21Energy

    Statt wertvolle Abwärme ungenutzt zu lassen, nutzt die Bitcoin-Heizung diese effizient – und verdient damit sogar Geld. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich attraktiv.


    So funktioniert die Bitcoin-Heizung

    Die Geräte, die unter den Namen „Ofen“ und „Ofen Pro“ angeboten werden, sind Plug-and-Play-Lösungen für den privaten Gebrauch. Äußerlich erinnern sie an stylische Heizkörper – doch im Inneren steckt spezialisierte Mining-Hardware.

    Technische Eckdaten im Überblick

    Merkmal Ofen Ofen Pro
    Heizleistung 1 kW 1 kW
    Geräuschentwicklung ca. 35 dB (leiser Kühlschrank) ca. 35 dB
    Mining-Hardware Gebrauchte ASICs (bis zu 8 Jahre alt) Neue, effizientere ASICs
    Steuerung WLAN & App WLAN & App
    Lieferumfang Plug-and-Play, sofort einsatzbereit Plug-and-Play, sofort einsatzbereit
    Garantie 1 Jahr 1 Jahr

    Dank moderner Kühltechnologie und leiser Lüfter sind die Geräte auch für Wohnräume geeignet – im Gegensatz zu klassischen Mining-Rigs, die oft über 90 dB laut sind.


    Wirtschaftlichkeit: Kann sich das lohnen?

    Ein zentrales Argument für die Bitcoin-Heizung ist die Möglichkeit, Heizkosten zu senken – oder sogar kostenlos zu heizen, je nach Strompreis und Mining-Ertrag.

    Beispielrechnung (bei 20 Cent/kWh Stromkosten)

    • Verbrauch: 24 kWh/Tag (1 kW dauerhaft)
    • Stromkosten: 4,80 € pro Tag
    • Bitcoin-Ertrag (im Durchschnitt): 0,20–0,26 € pro kWh
    • Effektive Heizkosten: nahe null oder sogar ein kleines Plus

    „Es geht nicht darum, reich zu werden. Es geht darum, günstiger zu heizen.“
    — Lukas Waldner

    Ein integrierter Online-Rechner auf der Webseite von 21Energy ermöglicht es Interessenten, ihre individuelle Situation zu kalkulieren. Besonders attraktiv wird das Modell mit PV-Anlagen oder variablen Stromtarifen.


    Anwendungsbereiche: Vom Wohnzimmer bis zur Industriehalle

    Die Bitcoin-Heizung ist vielseitig einsetzbar. Während Privatnutzer sie im Wohnzimmer, Büro oder Keller verwenden, richtet sich das Edge- und Shield-Segment an Gewerbebetriebe.

    Mögliche Einsatzorte:

    • Privathaushalte mit hohem Wärmebedarf
    • Offices & Home-Offices
    • Produktionshallen und Werkstätten
    • Lagerhallen, Garagen, Kellerräume
    • Prozessorientierte Industrieanlagen

    Für größere Systeme wird auch wassergekühlte Hardware angeboten – etwa zur Einbindung in Fernwärmenetze oder zur Prozesswärmegewinnung in der Industrie.


    Nachhaltigkeit & Ressourcennutzung

    Ein wichtiger Aspekt ist die Mehrfachverwertung von Energie. Während herkömmliche Rechenzentren teils Energie aufwenden müssen, um überschüssige Wärme loszuwerden, macht 21Energy genau das Gegenteil: Die Wärme wird genutzt – für genau das, wofür in Haushalten ohnehin Energie benötigt wird.

    Zusätzlich verfolgt das Unternehmen eine nachhaltige Hardware-Strategie:

    • Wiederverwendung gebrauchter ASICs im Modell „Ofen“
    • Längere Lebenszyklen durch reduzierte Belastung
    • Produktion zu 100 % in Tirol, Österreich
    • Qualitätssicherung durch regionale Fertigung

    Steuerliche Einordnung: Muss ich das versteuern?

    Wer mit einer Bitcoin-Heizung Geld verdient, fragt sich schnell, ob das steuerlich als gewerbliches Mining gilt. 21Energy hat hierzu einen ausführlichen Steuerleitfaden mit Experten erstellt.

    Zentrale Aussagen daraus:

    • Private Nutzung (Heizung, PV-Überschuss, etc.) wird in der Regel als Liebhaberei eingestuft
    • Keine automatische Gewerbepflicht
    • Einnahmen sind aber nicht steuerfrei
    • Individuelle Beratung mit dem Steuerberater wird empfohlen

    Den vollständigen Steuerleitfaden für Deutschland und Österreich findest du auf der Website von 21Energy hier


    Lieferung, Einrichtung & Betrieb

    Der gesamte Prozess ist darauf ausgelegt, dass Kunden keine Fachkenntnisse benötigen:

    1. Bestellung über die Webseite
    2. Lieferung via DHL Express in über 30 Länder
    3. Einrichtung über App innerhalb von 3 Minuten
    4. Start des Bitcoin-Minings direkt nach WLAN-Verbindung

    Auch im Sommer kann das Gerät eingesetzt werden – z. B. zur Nutzung von überschüssigem Solarstrom. Abwärme kann in Lagerräumen oder Garagen sogar von Vorteil sein, z. B. zur Lufttrocknung.


    Zukunftspläne & Ausblick

    Das Unternehmen entwickelt bereits weitere Produktlinien für Privat- und Geschäftskunden. Besonders im B2B-Bereich stößt das Modell auf großes Interesse – etwa bei Energieversorgern und großen Industriebetrieben.

    „Bitcoin-Mining kann ein Mittel sein, Stromnetze zu stabilisieren und überschüssige Energie zu monetarisieren. Die Potenziale sind riesig.“
    — Lukas Waldner

    Neben neuen Heizmodellen arbeitet 21Energy auch an integrierten Lösungen zur Netzstabilisierung, Prozesswärmenutzung und intelligenten Lastverlagerung.


    Fazit: Ein Heizsystem für die Zukunft?

    Die Bitcoin-Heizung ist mehr als ein technisches Spielzeug für Krypto-Fans. Sie ist ein intelligentes Energiemodell für das 21. Jahrhundert – besonders in Kombination mit erneuerbaren Energien und modernen Stromtarifen.

    Wer seine Stromkosten clever optimieren möchte oder bereits über PV-Anlagen verfügt, kann mit dieser Lösung gleichzeitig zum Klimaschützer, Krypto-Miner und Kostenoptimierer werden.


    Weitere Informationen & Tools

     


    FAQ: Bitcoin-Mining und nachhaltiges Heizen

    Was ist eine Bitcoin-Heizung?

    Eine Bitcoin-Heizung ist ein Gerät, das parallel zur Wärmeerzeugung Bitcoin-Mining betreibt. Die Abwärme, die während des Mining-Prozesses entsteht, wird zur Beheizung von Räumen genutzt.

    Funktioniert die Bitcoin-Heizung auch in einem Wohnraum?

    Ja, die Bitcoin-Heizung funktioniert auch in Wohnräumen. Die Geräte verwenden moderne Kühltechnologien, um die Lautstärke auf ca. 35 dB zu reduzieren, was etwa so leise ist wie ein Kühlschrank.

    Kann ich mit der Bitcoin-Heizung Geld sparen?

    Abhängig von Stromkosten und Mining-Erträgen kann die Bitcoin-Heizung helfen, Heizkosten zu senken. Bei optimalen Bedingungen ist es sogar möglich, kostenlos zu heizen oder ein kleines Plus zu erzielen.

    Welche technischen Anforderungen gibt es?

    Die Bitcoin-Heizung ist eine Plug-and-Play-Lösung, die keine Fachkenntnisse erfordert. Die Steuerung erfolgt über WLAN und eine App, und die Einrichtung ist in wenigen Minuten erledigt.

    Ist der Einsatz der Bitcoin-Heizung nachhaltig?

    Ja, die Bitcoin-Heizung nutzt die Abwärme effizient und vermeidet Energieverluste. Die Verwendung gebrauchter ASICs und die Produktion in Tirol tragen zusätzlich zur Nachhaltigkeit bei.

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    Ich frag mich, wie laut und störend die Teile wirklich im Wohnzimmer sind – 35 dB klingt ja nett, aber wenn's auffällt, nervt sowas schnell.
    Als ich das so gelesen hab dachte ich erst, wow, Heizkosten loswerden und noch Gewinn machen? Aber mal ehrlich, wenn der Strompreis steigt oder der Bitcoin-Kurs fällt, dann bleib ich doch drauf sitzen oder? Und diese Steuer-Sache kapier ich auch nicht ganz, ist das dann am Ende überhaupt profitabel??
    Also ich find die Idee ja irgendwie spannend, aber ich frag mich echt, wie nachhaltig das auf lange Sicht wirklich ist. Laut dem Artikel wird ja die "übrige Wärme" genutzt, aber wie effizient ist das wirklich? Ich mein, wenn ich im Sommer keinen Heizbedarf hab, macht's doch wenig Sinn, oder? Okay, da könnte man die Abwärme vielleicht in den Keller oder die Garage lenken, aber ganz ehrlich – wer will denn im Sommer mit sowas rummachen?

    Und das mit den gebrauchten ASICs bei der Basis-Version – hat da jemand mal drüber nachgedacht, ob die nicht vielleicht schneller kaputtgehen? Heißt ja, dass die schon bis zu acht Jahre alt sind. Und wie schaut’s dann mit der Reparatur aus? Gerade bei so „innovativen“ Sachen hat man ja oft das Problem, dass Ersatzteile teuer sind oder schwer zu kriegen. Bei ner normalen Heizung hast du nen Handwerker und fertig, hier muss ich im Zweifel wohl nen Nerd ranholen.

    Außerdem: Ich bin technisch nicht unbegabt, aber beim Thema Krypto fühl ich mich doch ein bisschen wie im Regen stehen gelassen. Es wird zwar von so Plug-and-Play gesprochen, aber wie tiefgreifend muss man sich da am Ende mit der Mining-Technik und den ganzen Krypto-Themen beschäftigen? Oder macht das die App alles für mich? Würd mich halt interessieren, ob wirklich komplette Anfänger da ohne Probleme durchsteigen.

    Und dann noch ne Frage in die Runde: Glaubt ihr, dass so ne Heizung in der Zukunft gefördert werden könnte? Es gibt ja diverse Zuschüsse für Wärmepumpen oder Solar, aber für sowas? Irgendwie sehe ich da eher Fragen als Antworten...
    Klingt super spannend, aber was mir bisher fehlt, ist die Antwort darauf, wie performance-stark gebrauchte ASICs im Vergleich zu neuen wirklich sind. Klar, es wird erwähnt, dass die älteren Modelle im „Ofen“ eingesetzt werden, aber ob das langfristig wirklich wirtschaftlich ist, bleibt irgendwie offen. Ist da nicht der Verschleiß auch ein Thema?
    Also ich find das Konzept irgendwie gut und schlecht zu gleich... Aber wenn die Geräte wirklich so leise sind, wie hier jemand schreibt (35 dB is ja fast nix, oder?), dann wär das doch mega praktisch fürs Wohnzimmer! Aber lohnt sich das echt bei den Strompreisen grad?

    Zusammenfassung des Artikels

    Das Tiroler Startup 21Energy kombiniert Heizen und Bitcoin-Mining, um Heizkosten zu senken und überschüssige Energie effizient zu nutzen – eine nachhaltige Lösung mit wirtschaftlichem Potenzial.

    Nützliche Tipps zum Thema:

    1. Nutze die Bitcoin-Heizung, um Heizkosten zu senken: Besonders bei hohen Strompreisen oder in Kombination mit Photovoltaikanlagen kannst du effektiv Heizkosten reduzieren oder sogar ein kleines Plus erwirtschaften.
    2. Berücksichtige die Lautstärke und den Standort: Die Geräte sind mit ca. 35 dB recht leise und eignen sich für Wohnräume. Plane den Einsatzort so, dass er optimal zur Wärme- und Schallbelastung passt.
    3. Nutze den Online-Rechner von 21Energy: Dieser hilft dir, individuell zu kalkulieren, ob sich die Bitcoin-Heizung bei deinem Strompreis und Wärmebedarf lohnt.
    4. Denke an die steuerlichen Aspekte: Informiere dich über die steuerliche Einordnung von Bitcoin-Mining, insbesondere wenn du Gewinne erzielst. Der Steuerleitfaden von 21Energy bietet hier eine gute Orientierung.
    5. Überlege, überschüssige Energie sinnvoll zu nutzen: Auch im Sommer kann das Gerät eingesetzt werden, etwa zur Nutzung von überschüssigem Solarstrom oder zur Trocknung in Lagerräumen.