Eigenkapital, Fremdkapital oder Investor? – Unternehmerische Freiheit vs. Wachstumsturbo

Eigenkapital, Fremdkapital oder Investor? – Unternehmerische Freiheit vs. Wachstumsturbo

Autor: Geld & Wirtschaft Redaktion

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Kategorie: Grundlagen

Zusammenfassung: Im Podcast „Die Unternehmer“ diskutieren Alexander Weipprecht und Dirk Hartig verschiedene Finanzierungswege für Unternehmen, von Eigenkapital über Bankkredite bis hin zu Investoren, und betonen die Bedeutung von Unabhängigkeit und strategischer Kontrolle. Sie reflektieren darüber, dass nicht jedes Geschäftsmodell maximales Wachstum erfordert und warnen vor den Risiken externer Finanzierung.

„Fahre ich Fahrrad, Auto oder gleich Private Jet?“ – Mit dieser treffenden Analogie bringt Alexander Weipprecht in der neuen Folge von „Die Unternehmer“ eine der zentralen Entscheidungen im Unternehmerleben auf den Punkt: Wie finanziere ich mein Wachstum?
Soll man das eigene Unternehmen aus Eigenmitteln aufbauen? Lohnen sich Bankkredite? Oder sollte man den Weg über Investoren gehen?

Gemeinsam mit Dirk Hartig beleuchtet er diese Frage mit persönlichen Erfahrungen, wirtschaftlicher Einordnung und einer ordentlichen Portion Pragmatismus.


Drei Wege, ein Ziel – aber welches?

Die Hosts zeichnen drei grundsätzliche Finanzierungswege:

Finanzierungsweg Bildhafte Analogie Vorteile Risiken
Eigenkapital Fahrrad Hohe Unabhängigkeit, volle Kontrolle Langsameres Wachstum, begrenzte Mittel
Bankkredit Auto Schnellere Expansion, kalkulierbare Rückzahlung Kreditrisiko, feste Tilgung, ggf. persönliche Haftung
Investoren Private Jet Maximales Wachstum, Zugang zu Know-how & Netzwerk Mitspracherecht, Kontrollverlust, Exit-Erwartung

💬 Zitat zum Nachdenken

„Wenn du mit einem Investor fliegst, ist das der Private Jet – aber er gehört dir nicht allein.“
Alexander Weipprecht

Lieber langsam, dafür unabhängig

Dirk gibt offen zu: Er finanziert seine Projekte ausschließlich aus Eigenmitteln. Nicht aus Prinzip, sondern aus Erfahrung. Als Trader und Unternehmer im Tech-Umfeld sieht er die Risiken von Fremdkapital deutlich – insbesondere bei Fehleinschätzungen oder Marktverwerfungen. Die Flexibilität, bei Bedarf einfach mal „nein“ zu sagen oder sich aus einem Projekt zurückzuziehen, sieht er als seinen größten Vorteil.

Besonders kritisch blickt er auf Start-ups, die frühzeitig Investoren ins Boot holen, aber nicht bereit sind, dauerhaft durchzuhalten:

„Ich habe oft erlebt, dass Gründer bei den ersten Problemen aufgeben. Dieses Durchhaltevermögen, das fehlt heute häufig.“
Dirk Hartig

Wann Eigenkapital sinnvoll ist

  • Wenn du langfristig unabhängig bleiben willst
  • Wenn dein Geschäftsmodell nicht kapitalintensiv ist (z. B. Software, Beratung)
  • Wenn du das Risiko vollständig selbst tragen kannst und willst
  • Wenn Kontrolle über Vision und Strategie oberste Priorität hat

Partner auf Augenhöhe statt klassischer Geldgeber

Auch Alexander Weipprecht verfolgt eine vorsichtige Strategie. Zwar hat er in der Vergangenheit mit Geschäftspartnern größere Summen gemeinsam investiert – aber immer auf Augenhöhe.

„Es war mir immer wichtig, dass der andere genauso viel investiert wie ich – damit er es genauso ernst nimmt.“

Aktuell steht er vor der Entscheidung, einen Investor an Bord zu holen – ein vermögender Freund bietet einen Millionenbetrag. Doch Alex zögert:

„Solange ich es nicht wirklich brauche, nehme ich lieber mein eigenes Geld.“

Der Preis der Geschwindigkeit

Die zentrale Frage im Podcast lautet daher:

Ist schnelleres Wachstum den Preis der Kontrolle wert?

Für beide Unternehmer ist klar: Nicht jedes Geschäftsmodell muss skalieren bis zum Maximum. Es gibt viele Unternehmer, die bewusst klein bleiben, stabil wirtschaften und ihre Lebensqualität über exponentielles Wachstum stellen.

✅ PRO & CONTRA: Investoren an Bord holen

Vorteil Nachteil
Schnelles Wachstum möglich Kontrollverlust droht
Zugang zu Expertise & Netzwerk Investoren mischen evtl. operativ mit
Risiko kann geteilt werden Exit-Erwartung kann strategische Entscheidungen beeinflussen
Finanzielle Entlastung Gewinnbeteiligung – weniger für dich selbst

Banken und Venture Capital: Zwei Seiten der Medaille

Im Gespräch werden Banken und VCs verglichen – nicht ohne Ironie. Während Banken oft standardisiert agieren („grün oder rot – dazwischen gibt's nichts“), sind Venture Capital Fonds flexibler in ihrer Bewertung – dafür aber auch deutlich fordernder im Gegenzug.

„Die Bank hat eine Ampel. Die ist entweder grün oder rot. Orange gibt’s nicht.“

Ein weiterer Unterschied: Banken fordern oft persönliche Bürgschaften, VCs hingegen Eigentumsanteile und Mitspracherecht.

Wann ein Bankkredit passt

  • Du investierst in greifbare Werte: Maschinen, Immobilien, Fuhrpark
  • Du kannst monatliche Raten gut kalkulieren
  • Du bist bereit, im Zweifel persönlich zu haften
  • Du brauchst keinen strategischen Input – nur Kapital

Fazit: Freiheit, Fokus und Verantwortung

Der Podcast endet mit einem Appell zur Reflexion:
Nicht jede Unternehmensvision braucht den Jet. Manchmal ist der Weg auf dem Fahrrad erfüllender, weil man das „Land“ – das eigene Unternehmen – bewusster erlebt.
Beide Unternehmer zeigen auf, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht zwangsläufig in der Skalierung um jeden Preis liegt, sondern in einem durchdachten, werteorientierten Umgang mit Kapital, Zeit und Verantwortung.


🗣 Leserfrage an unsere Community:

💬 Wie gehst du mit der Frage nach Fremdkapital, Investoren oder Eigenfinanzierung um?
Arbeitest du lieber autark oder mit Partnern? Und wie wichtig ist dir unternehmerische Freiheit?

Schreib uns in die Kommentare hier oder auf YouTube oder sende uns deine Erfahrungen direkt per Mail – wir freuen uns auf den Austausch!


Mehr dazu im Podcast:
🎧 Jetzt reinhören: „Die Unternehmer“ mit Alexander Weipprecht & Dirk Hartig – jetzt auf Spotify und YouTube.

Erfahrungen und Meinungen

Viele Unternehmer stehen vor der Frage: Eigenkapital, Fremdkapital oder Investoren? Ein typisches Beispiel ist der Start eines Unternehmens. Nutzer berichten, dass die Entscheidung oft von den finanziellen Möglichkeiten abhängt. Eigenkapital ist zwar risikoarm, aber auch begrenzt. Nutzer, die auf ihre eigenen Ersparnisse setzen, fühlen sich oft sicherer. Sie vermeiden Schulden und behalten die Kontrolle über ihr Unternehmen.

Anders sieht es aus, wenn Unternehmer auf Bankkredite setzen. In Foren berichten Nutzer, dass die Aufnahme von Krediten den Wachstumsturbo zünden kann. Allerdings bringen Kredite auch Verpflichtungen mit sich. Die Rückzahlung kann zur Belastung werden, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Einige Anwender schätzen die Flexibilität, die Kredite bieten. Sie ermöglichen es, schneller zu expandieren oder neue Projekte zu starten.

Investoren sind eine weitere Möglichkeit. Nutzer, die diesen Weg gewählt haben, berichten von gemischten Erfahrungen. Einerseits bringen Investoren Kapital und wertvolle Kontakte mit. Andererseits verlieren Unternehmer oft einen Teil ihrer Entscheidungsfreiheit. Dies kann zu Konflikten führen, wenn die Vision des Investors nicht mit der des Gründers übereinstimmt. Ein typisches Problem: Investoren erwarten schnelle Renditen, was den Druck erhöht.

Die Wahl zwischen diesen Finanzierungsmöglichkeiten hängt stark von den individuellen Zielen ab. Einige Nutzer bevorzugen die Kontrolle, die Eigenkapital bietet. Andere sehen in Fremdkapital den Schlüssel zu schnellem Wachstum. Investoren sind für viele eine attraktive Option, wenn sie bereit sind, Kompromisse einzugehen.

Ein weiterer Aspekt sind die laufenden Kosten. Nutzer, die Kredite aufgenommen haben, berichten von hohen Zinsen. Diese können die finanzielle Planung erheblich belasten. Im Gegensatz dazu ist Eigenkapital meist kostengünstiger, da keine Rückzahlungen nötig sind. Nutzer, die in der Vergangenheit Kredite genutzt haben, empfehlen oft, die Konditionen genau zu prüfen. So lassen sich böse Überraschungen vermeiden.

Letztlich spielen auch persönliche Präferenzen eine Rolle. Einige Unternehmer fühlen sich mit Eigenkapital sicherer, während andere den Nervenkitzel von Fremdkapital suchen. Investoren können für viele eine interessante Option darstellen, aber die Entscheidung sollte gut überlegt sein. Es ist wichtig, die eigenen Ziele und die Unternehmensstrategie zu berücksichtigen.

Die Erfahrungen zeigen: Es gibt kein Patentrezept. Jeder Unternehmer muss für sich selbst entscheiden, welcher Weg der richtige ist. Die Wahl kann über den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden. Daher ist es ratsam, sich umfassend zu informieren und verschiedene Meinungen zu hören.